der BENSELER Newsletter 01/2022

24. Juni 2022
der BENSELER
Birgit Werner-Walz, Dr. Mathias Mühleisen, Thomas Müller
Birgit Werner-Walz, Dr. Mathias Mühleisen, Thomas Müller

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

eines unserer Ziele lautet „Nah am Kunden“ zu sein. Und zwar im wörtlichen als auch übertragenen Sinn, wie das Interview mit Maciej Grabowski belegt. Er ist Geschäftsführer unserer neuen Tochtergesellschaft in Polen und hat erfahren, wie wichtig kurze Wege gerade in Zeiten wie diesen sind. Der Aus- und Aufbau von Know-how ist ebenfalls ein unerlässlicher Baustein zu unserer Unternehmensstrategie. Deshalb zeigen wir Ihnen in dieser Ausgabe, wie breit wir inzwischen beim Einsatz von Lasertechnik in den Prozessen aufgestellt sind. Und wie groß unser Angebot an junge Menschen geworden ist, sich bei uns zu Fachkräften ausbilden zu lassen.

Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre.

2 Themen des aktuellen Newsletters möchten wir Ihnen hier vorstellen:

BENSELER in Polen: Kundennähe im Wortsinn

BENSELER ist seit einem halben Jahr in Polen präsent. Wie war der Start? Was waren die größten Herausforderungen?

Die vergangenen sechs Monate waren für mich persönlich äußerst intensiv. Dank umfassender Vorbereitungen und der passgenauen Lieferung der Maschinen konnten wir die neue Fertigung in kürzester Zeit einrichten und in Betrieb nehmen. Wir haben viel Energie und Sorgfalt darauf verwendet, die Prozesse der thermischen Entgratung und der industriellen Teilereinigung stabil und zuverlässig aufzusetzen. Aktuell gibt es zwar noch einige organisatorische und technologische Herausforderungen, aber wir können unseren Kunden bereits unsere Dienstleistungen anbieten.


Was sind die Besonderheiten des Marktes in Polen, auf die man als Neuling achten muss?

Bemerkenswert ist, dass wir weniger als neues Unternehmen auf uns aufmerksam machen, sondern uns vielmehr als Anbieter eines hierzulande noch nicht sehr verbreiteten Service positionieren müssen. Unsere Technologie bei potenziellen Kunden bekannt zu machen, erfordert viel größere Anstrengungen als gedacht. Hinzu kommt, dass der polnische Markt sich dadurch zu kennzeichnen scheint, dass grundsätzlich deutlich kürzere Lieferzeiten erwartet werden.


Der Anspruch der BENSELER-Firmengruppe, nah bei ihren Kunden zu sein, bedeutet viel Aufwand – hat sich dieser Einsatz in Polen schon gelohnt?

Unbedingt! Die Eröffnung unseres Standorts BENSELER Polska in der Nähe unserer Kunden hat es uns ermöglicht, noch flexibler auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Dies ist angesichts der derzeitigen Situation besonders wertvoll. Materialengpässe und fragile Lieferketten – der Krieg in der Ukraine und die Handelssanktionen beeinträchtigen die gesamte europäische Maschinenbauindustrie, die sich ohnehin in einem starken Wandel befindet. Je kürzer die Wege und enger der Kontakt zum Kunden, desto effizienter lassen sich auch Ausnahmesituationen oder Sonderwünsche meistern.


Vor dem Start in Strzelce Opolskie wurden Sie und Ihr Team am BENSELER-Standort Frankenberg in Verfahren und Techniken eingewiesen. Wie funktioniert die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und welche Rolle spielt sie bei der Abwicklung von Aufträgen?

Ohne die enorme Unterstützung durch die Mitarbeiter*innen von BENSELER Sachsen wäre es nicht möglich gewesen, die Produktion in Stzrelce Opolskie so schnell und effizient aufzunehmen. Die enge Zusammenarbeit sorgt auch weiterhin für einen kontinuierlichen Austausch von Erfahrungen und technischem Know-how. Wenn es um den Kundendienst geht, bedienen wir in der Regel unterschiedliche Kunden. Dafür erweitern unsere Kolleg*innen am Standort Frankenberg unser Portfolio im Bereich der Verfahren, die wir vor Ort nicht anbieten.


Was sind die nächsten Schritte, die Sie mit und für BENSELER Polska erreichen möchten?

Kurzfristig werden wir uns auf die weitere Entwicklung unserer TEM-Entgratungs- und Reinigungskapazitäten konzentrieren. Und natürlich liegt unser Hauptaugenmerk darauf, stetig neue Kunden zu gewinnen – als Basis für ein stabiles Wachstum.

Maciej Grabowski

Maciej Grabowski ist Mitglied der Geschäftsleitung bei BENSELER Polska Sp. z o.o.. Neben technischer Expertise prägen Aufbau und Pflege deutsch-polnischer Geschäftsbeziehungen seine berufliche Laufbahn.

Exakt per Laser

Exakt entlackt per Laser

Moderne Werkstoffe, zum Beispiel Leichtmetalle wie Magnesium und Aluminium, Werkstoffkombinationen und Bauteile mit komplexen Geometrien: Die Fertigung von E-Fahrzeugen bringt für OEM und ihre Zulieferer viele Herausforderungen mit sich, für die neue, ebenso effektive wie auch sichere Lösungen in der Fertigungstechnik gefunden werden müssen. Das gilt auch für den Bereich der Verbindungstechnik und – speziell bei E-Fahrzeugen – der Sicherstellung der elektrischen Kontaktierung zwischen einzelnen Bauteilen. Prozesssicherheit ist hier aus Gründen der Sicherheit für Fahrzeug und Insassen das oberste Gebot!

BENSELER kennt diese Herausforderungen, denn das Unternehmen unterstützt verschiedene OEM bereits seit vielen Jahren beim Bau ihrer elektrisch betriebenen Pkw. Vor allem wissen die Oberflächenspezialisten, wie entscheidend es für eine reibungslose Produktion und später für den sicheren Gebrauch der Fahrzeuge ist, dass die Verbindungsstellen der verschiedenen Bauteile sauber präpariert sind. Die Verfahren, das technisch möglich zu machen, sind vielfältig – zum Beispiel durch Abkleben der Stellen vor der Beschichtung. Das Anbringen von Maskierungen und das Sicherstellen ihrer Haftung, besonders auf großen und unregelmäßigen Kontaktflächen, ist aber sehr zeit-, ressourcen- und kostenintensiv – und leider nicht prozesssicher.

Und so haben sie spezielle Laserapplikationen erarbeitet, die eine oder mehrere Stellen gleichzeitig in kürzester Zeit und exakt den Vorgaben entsprechend von Lack und Verunreinigungen befreien und die Komponenten so auf die anschließende Montage beim OEM vorbereiten. „Dabei sind den Geometrien der zu bearbeitenden Flächen und ihrer Größe kaum Grenzen gesetzt – von 9,5 mm auf 9,5 mm großen Rechtecken bis hin zur Herzform ist alles möglich“, erklärt Frank Demmler, Key Account Manager bei der BENSELER Beschichtungen Sachsen GmbH & Co. KG. Genauso flexibel ist die Platzierung der kompakten Laserquelle: Wahlweise fest installiert oder an einem beweglichen Roboter angebracht, kann das Verfahren je nach Kundenwunsch in die Fertigungslinie und Taktzeiten integriert werden. „Das ist zum Beispiel auch dann ein großer Vorteil, wenn die zu präparierenden Stellen während der Entwicklungsphase nochmals versetzt werden“, weiß Frank Demmler. „In einem solchen Fall muss lediglich der den Laser steuernde Computer umprogrammiert und nicht die gesamte Fertigungslinie umgebaut werden.“ Zudem trägt der Einsatz des Lasers aufgrund seiner konstanten, gleichbleibend starken Leistung zur Prozesssicherheit bei. Zur Qualitätssicherung wird darüber hinaus der Vorgang online und bauteilbezogen überwacht und dokumentiert.

Dass die Oberflächenspezialisten wissen, was sie tun, haben sie mit dem Vorderachsmodul für den BMW i8 bewiesen. Nach der KTL-Beschichtung der komplexen, aus Aluminiumstrangpressprofilen bestehenden Baugruppe galt es, eine durch den Kunden definierte Kontaktstelle, an der das Vorderachsmodul mit dem Chassis kontaktiert wird, von der Korrosionsschutzschicht wieder zu befreien. Per Laser wird dafür – ähnlich wie bei einem Nadeldrucker – Reihe für Reihe der auf der Fläche befindliche Lack rückstandslos verbrannt. „Auch eventuelle Rückstände gehen bei diesem prozesssicheren Verfahren in Rauch auf, der selbstverständlich abgesaugt wird,“ so Frank Demmler: „Die vorgegebene Kontaktstelle hat perfekte Kanten, ist metallisch blank und bereit für die Montage.“ Bei jedem Bauteil, exakt an derselben Stelle, in genau derselben Qualität.

Wie das effiziente Entlacken per Laser funktioniert, das BENSELER an seinen Standorten in Bogen, Frankenberg und Kornwestheim anbietet, zeigen wir Ihnen hier:

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