Frankenberg. Nach dem Umsatzeinbruch im vorigen Jahr will der Frankenberger Automobilzulieferer BENSELER nun wieder auf die Überholspur und kräftig investieren. Nach 17,7 Millionen Euro Umsatz im Krisenjahr 2009 streben die in der Zschopaustadt ansässigen BENSELER Sachsen und die BENSELER Beschichtungen Sachsen GmbH & Co. KG für 2010 rund 26 Millionen Euro Umsatz an. Fünf Millionen will die Unternehmensgruppe in den Ausbau der Entgratung von Einspritzanlagen für Dieselmotoren investieren. Das hat Gesellschafterin Birgit Werner-Walz gestern während des Besuchs von Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) im Unternehmen angekündigt.
Zwischen 30 und 50 Prozent Umsatzeinbruch habe die in Baden-Württemberg ansässige Unternehmensgruppe mit ihren zirka 750 Beschäftigten voriges Jahr verkraften müssen. Es sei aber gelungen, über Kurzarbeit den überwiegenden Teil aller Mitarbeiter im Unternehmen zu halten. "Es geht wieder gut voran", zeigte sich die Gesellschafterin gestern optimistisch. Auch regional wolle das Unternehmen weiter wachsen. "Die geplanten Investitionen in die Entgratung werden deshalb auch den Standort Frankenberg zusätzlich stärken", sagte Birgit Werner-Walz.
Frankenberg konnte sich zu einem stabilen Zentrum für das Entgraten von Einspritzanlagen entwickeln. Positiv wirkte sich dabei aber auch die gute Zusammenarbeit mit der Hochschule Mittweida und den TU in Chemnitz und Freiberg aus. Probleme, geeignete Fachkräfte zu finden, habe man bisher nicht, konnte auch Prokuristin Birgit Auerbach bestätigen. Die Zahl der rund 300 Mitarbeiter am Standort Frankenberg sei stabil. Durch ein enges Zusammenwirken mit den Schulen, wo das Unternehmen bereits seit Jahren aktiv ist, werde beizeiten für neue Berufsbilder geworben. "Wir halten Vorträge und haben uns auch in diesem Jahr wieder am Girls Day beteiligt", nannte die Prokuristin Beispiele.
Dass BENSELER in Frankenberg auch auf einen festen Kundenstamm bei der Oberflächenbeschichtung, speziell bei Lackier- und Grundierverfahren, bauen kann, konnte Mathias Mühleisen, Geschäftsführer der BENSELER Beschichtungen Sachsen, dem Wirtschaftsminister berichten. Teile, so zum Beispiel für Porsche, BMW, VW und Daimler und künftig auch für den Nutzfahrzeugbau, werden in Frankenberg beschichtet. "Es setzt sich immer mehr durch, dass Leichtbauwerkstoffe wie Magnesium und Alumunium verwendet werden", sagte Mühleisen.
"Das Unternehmen hat sich als Automobilzulieferer in einer Nische und im Segment von mittleren und großen Serien einen Namen gemacht", lobte der Minister. Auf politischer Ebene auch weiterhin über Themen wie Energiekosten, Ökosteuer und Fördermittel zu diskutieren - diesen Auftrag nahm Morlok gestern aus Frankenberg mit nach Dresden.
Ulrich Hofbauer ist bei BENSELER in Frankenberg für das Richten der Fensterrahmenteile zuständig, die für den Porsche Panamera beschichtet werden.
ZAHLEN & FAKTEN
Quelle: Freie Presse - Uwe Lemke vom 07.08.2010